Die Ostseebäder
"Sellin"
bietet neben einem winzigen, auch per Fahrstuhl erreichbaren Strand eine Seebrücke
und viel Tourismus. In einem riesigen Ferienwohnungsgebiet mit künstlicher
Bäderarchitektur längs der südwestlichen Umgehungsstraße finden Sie das Spaßbad
Nemo.
Auch wenn es einen straßenbegleitenden Radweg entlang der Bundesstraße Richtung
"Bergen" gibt, sollten Sie "Sellin" nicht auf diesem verlassen. Denn
auf den ersten 100 Metern fehlt der Fuß- und Radweg, danach ist es einfach zu laut. An
"Sellin" schließt sich das Waldgebiet "Granitz" an -
mit gut befahrbaren Waldwegen, die im Bereich der Klinik starten. Der
etwas kürzere rechte führt in einstündiger Fahrt parallel zur Küste nach "Binz".
Der weiter südlich verlaufende führt vorbei am Jagdschloss Granitz
(Besichtigung, einmaliger Rundblick) und von dort nach "Binz"
hinein.
"Binz" muss man kaum vorstellen, denn hier wurden Millionen
privater und staatlicher Mittel im Tourismus verbuddelt - und der ist in dieser
Zuasmmenballung für manchen nur in der Nebensaison erträglich. Der Ort erstrahlt in Bäderpracht
und ein (Kur-)Hotel versucht, das andere zu übertrumpfen. Im Kernbereich
des Ortes sind weder die Hauptstraße noch die Promenade mit dem Fahrrad befahrbar. Nehmen
Sie Nebenstraßen oder machen einen kleinen Umweg am südwestlichen Ortsrand entlang des "Schmachter
Sees" (IGA-Aussenprojekt mit netten Wasserspielen für
Kinder). An der Nordspitze des Sees entweder wieder hinein nach "Binz" am DB-Bahnhof
- oder weiter auf mittelmäßigen Wegen durch den Wald bis kurz vor "Prora".
"Prora" als ehemaliges "KdF-Bad"
der nationalsozialistischen Epoche ist eine Geschichte für sich. Über Kilometer
erstrecken sich genutzte und verfallende Betonblöcke entlang des
traumhaften Strandes, beherrbergen Museumsprojekte, eine Jugendherberge
(langfristig anmelden!) und veranlassen Investoren und Spekulanten zum neuen alten Traum
vom organisierten Massentourismus. Die Straßen gehen über in einen auch bei Skatern
beliebten geteerten Radweg bis nach "Neu-Mukran". Dort treffen
wir auf die Bundesstraße, links derer die Feuersteinfelder liegen.

... eine Route zu finden, die alles Sehenswerte zeigt...
ist jetzt unmöglich. Sie müssen sich wie so oft zuvor entscheiden
zwischen:
-> Der typischen touristischen Strecke weiter parallel der Küste,
durch die alte Fährhafenstadt Sassnitz zur Kreideküste / Königsstuhl in der Stubnitz -
welcher jedoch gute Radwege fehlen (Variante 1).
-> Oder Sie nehmen den unbekannteren aber fast schöneren Weg entlang kleinem und
großem Jasmunder Bodden, über Lietzow und Schloss Spieker (Variante 2, auf der nächsten Website).
Wir treffen uns in "Glowe" wieder!

Variante Nord 1: Über Sassnitz und die Kreideküste
Von "Neu-Mukran"
(teils auf Radwegen) entlang der befahrenen Straße, vorbei am industriellen, wenig
romantischen Fährhafen "Mukran". Nach dem Passieren der
Gewerbeflächen am Ortseingang von "Sassnitz" biegen wir rechts
ab und nach dem "Aldi" wieder rechts. Vorbei am sehenswerten Schmetterlings-Pavillion
mit nettem Cafe geht es hinunter in den Sassnitzer Hafen. Die Fischfabrik
verkauft Fischbrötchen günstig, evtl. liegt noch das U-Boot "MS-Otis" zur
Besichtigung. Läden und Restaurants locken die Touristen, einen langen
Spaziergang bis zum Leuchtturm bietet die Hafenmole.
Im hinteren Bereich des Hafens winden wir und die Straße hinauf, halten
uns im Ort rechts am Zoo vorbei, wenn der Autoverkehr nach links in die
"Stubnitz" abbiegt. Am Ende der letzten Wohnhäuser führt ein (noch) gut
befahrbarer Waldweg durch die "Stubnitz" bis
zum Restaurant "Waldhalle". Der weitere Weg zum "Königsstuhl"
durch den Wald führt über Treppen und Steige, die nicht radgeeignet sind.
Daher bleibt uns nichts, als über die Zufahrtsstraße der
"Waldhalle" auf die Auto-Strecke zu wechseln und sich im
ätzenden Verkehr bis zum "Königsstuhl" zu quälen. Der Bau
eines Radweges wird seit Jahren diskutiert - unterblieb bisher aber aus "Gründen des
Umweltschutzes", hinter welchem unsere Rüganer Verkehrsplaner ihren Unwillen nur zu
gerne verstecken.
Das Nationalparkzentrum Königsstuhl
ist an Spitzentagen für 2000 Besucher, über 300.000 pro Jahr, sehenswert - die
Verbindung zwischen horrenden Eintrittsgeldern für den öffentlichen Felsen
"Königsstuhl" und Ausstellungsbesuch gilt bei den Rüganern jedoch vorrangig
als Geschäftemacherei. Den schöneren und kostenlosen Blick auf die Küste haben Sie von
der ein paar Minuten südlich gelegenen "Victoriasicht".
Nördlich des "Königsstuhls" verlassen Sie die Zufahrtsstraße
und den ganzen Trubel nach rechts in den Wald und genießen die Fahrt über "Ranzow"
nach "Lohme". Letzterer erlangte traurige Berühmtheit durch
die samt Häusern ins Meer abrutschende Steilküste. Von "Lohme" aus müssen wir
der Autoroute entlang der Küste folgen, vorbei am Biogut "Bisdamitz"
(Hofladen, Cafe, Streicheltiere) bis wir einige Kilometer vor "Glowe"
wieder auf die stark befahrene Hauptstrecke treffen. Entweder: Augen auf und durch, oder
einen kleinen Schlenker zurück auf dieser Autostrecke und schnell rechts abbiegen zum Schloss Spyker.

Quartierempfehlungen für diese Teilstrecke: